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Ausblick 2020 - Geht da überhaupt noch was?

Das Jahr 2019 ist vorbei, das Kapitalmarkt-Jahr 2019 war ein sehr gutes. Die Aktienmärkte schlossen mit hohen Gewinnen und auch die Renten- und Rohstoffmärkte haben sich dieser positiven Entwicklung angeschlossen. So manchen Investor beschleicht seit einiger Zeit das Gefühl, dass damit für das Jahr 2020 kaum noch Kurssteigerungspotenzial vorhanden ist.

Der isolierte Blick auf das vergangene Jahr birgt die Gefahr, dass man durch die stichtagsbezogene Betrachtung falsche Schlüsse zieht; denn im vierten Quartal 2018, insbesondere im Dezember, haben die Märkte für diesen Anstieg auch ordentlich „Anlauf genommen“. Erweitert man den Zeithorizont von ein auf zwei Jahre, stellt sich die Sache schon ganz anders dar.

Während der DAX Performance-Index in den letzten beiden Jahren noch rund 2 ½ % im Plus liegt, hat der Kursindex noch nicht einmal das Niveau des Jahresultimo 2017 erreicht. In den USA stellt sich die Sache deutlich besser dar, der DJI Kursindex liegt in den letzten beiden Jahren mit rund 30 % im Plus, doch selbst dieser Anstieg ist nicht die Welt.

Insofern ist von der reinen Kurshistorie her „noch Musik drin“, insbesondere für Europa, aber auch für die Emerging Markets.

Die Frage ist, inwieweit die ökonomischen Rahmenbedingungen die Basis für ein weiteres gutes Kapitalanlagejahr bieten. Während Rezessionsängste im Jahresverlauf 2019 durch schwächer werdende Wirtschaftszahlen ihre Begründung fanden, haben sich diese Zahlenwerte im letzten Quartal wieder etwas aufgehellt. Somit gibt es gute Gründe, von einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmendaten auszugehen.

Skeptische Meinungen überwiegen derzeit bei den Einschätzungen der Marktteilnehmer, von Euphorie keine Spur. Auch die Marktpsychologie lässt eher Verbesserungen als Verschlechterungen zu. Von dieser Basis aus könnte eine Stimmungsaufhellung leicht positive Impulse für den Markt geben.

Was sich schon im letzten Jahr abgezeichnet hat, wird sich im Jahr 2020 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verstärken: Negativzinsen für private Sparer und Investoren werden mehr und mehr Raum greifen. In der Folge erwarten wir eine größere Bereitschaft, in Nicht-Nominalwerte, insbesondere Aktien, zu investieren. So sollten neue Investoren für diese Assetklasse entstehen, auch Privatinvestoren, die bisher für Aktien verschlossen waren.

Die oben genannte, an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit unterstellen wir, weil die Geldpolitik erklärtermaßen weiter bereitstehen wird. An eine substanzielle Zinserhöhung ist derzeit nicht zu denken, bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten würde diese sogar gelockert werden. Insofern sehen wir auf absehbare Zeit die Zentralbanken bzw. deren Politik wie schon in den vergangenen Jahren als Kurstreiber an den Aktienmärkten.

Per Saldo ist das alles keine Garantie für einen Kursanstieg, doch der Kursanstieg des Jahres 2019 ist kein stichhaltiges Argument, vom Gegenteil auszugehen.

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